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Wie nachhaltig kann Messe sein?

Ein 11-Punkte-Plan für ein nachhaltiges Messemanagement

Messestand und Nachhaltigkeit – ist das nicht ein Ding der Unmöglichkeit? Während sich einige noch diese Frage stellen, sind andere davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit im Messebau mittlerweile nicht nur unumgänglich ist, sondern auch die Effizienz steigern kann.

Der 11-Punkte-Plan für ein nachhaltiges Messemanagement zeigt Ihnen wie.

 

1. Nachhaltigkeit ist ein Thema, auf das Sie bereits während der Ausschreibungsphase berücksichtigen sollten.

  • Weisen Sie in ihren Ausschreibungen darauf hin, dass für Lackierungen keine Nitrolacke verwenden werden sollen. Nehmen Sie Lacke mit umweltverträglicheren Lösungsmitteln.
  • Machen Sie bereits in der Wettbewerbsphase deutlich, dass Wiederverwendbarkeit eine große Rolle spielt. Sie müssen sich mit einem Messebauer nicht auf mehrere Jahre festlegen, wenn Sie die zur Wiederverwendung produzierten Möbel käuflich erwerben. Ein Wechsel ist daher theoretisch jederzeit möglich.

2. Achten Sie in den Angeboten der Anbieter auf Nachhaltigkeit.

  • Lassen Sie sich auflisteten, in welchem Umfang Baugruppen, Möbel und Sondermobiliar wiederverwendet werden können.
  • Lassen Sie Ihr Mobiliar durch den Dienstleister einlagern – auch wenn Sie ihre Messedienstleister über eine oder mehrere Agenturen beauftragen.
  • Bündeln Sie ihre Agenturlandschaft zum Thema Messebeteiligung – auch das schont Ressourcen.
  • Licht muss sein, aber verwenden Sie ausschließlich LED-Beleuchtung für Ihren Stand.

3. Nutzen Sie langlebige Bodenbeläge.

  • Laminate
  • Parkett
  • Sisal, ohne Gummirücken
  • Teppichfliesen mit z.B. Ziegenhaar (optisch unpopulär, trifft aber hinsichtlich Langlebigkeit den Nagel auf den Kopf).

4. Verwenden Sie eine Mischung aus Systembau und geschreinerter Bauweise. Messestandsysteme sind hinsichtlich Langlebigkeit und Nachhaltigkeit das ideale Gerüst für einen Messestand.

5. Grafik: Eine der massive Umweltbelastung sind großflächige Drucke. Sorgen Sie hier für Nachhaltigkeit durch langlebige Motive, denn keines der verwendeten Materialien ist ein Naturprodukt. Auch wenn wir hier von Textilien reden, sind die verwendeten ‚Stoffe‘ ausnahmslos Kunststoffgewebe. Ist das Motiv von einer „thematisch vergleichbaren“ Messe zur nächsten schon nicht mehr aktuell, sollten Sie – im Sinne der Umwelt- umdenken und die Motive anpassen.

6. Vergewissern Sie sich vor Ort, ob, wie und wo Ihr Messebauer Ihr Material einlagert – da sind Sie in der Verantwortung! Es kann sonst sein, dass die Möbel entsorgt werden. Lassen Sie sich immer eine aktuelle Inventarliste inklusive Beschreibung zum Zustand der Möbel geben. Sie können damit die Folgekosten abschätzen und haben eine schriftliche Übersicht, welche Möbel im Bestand sind.

7. Bündeln Sie Transporte von Mensch und Material zur Messe.

8. Nutzen Sie Videokonferenzen mit Desktop-Sharing. So können Sie viele Kollegen an einen ‚Tisch‘ bringen, Vorschläge besprechen und minimieren gleichzeitig den Reiseaufwand.

9. Wie bereits erwähnt, fängt Nachhaltigkeit bereits in der Ausschreibungsphase an. Nehmen Sie nur drei bis vier Messebauer in den Anbieterkreis. Abgesehen davon, dass ein Mehr an Angeboten nicht zu bewältigen ist, reduzieren Sie so Reisekosten und Ressourcen – nicht nur die des Messebauers, sondern auch der weiteren Lieferanten der Messebauer. Das fängt z.B. bereits beim externen Kreativ-Dienstleister an und erstreckt sich u.U. auf zehn weitere Lieferanten je Projekt und angefragten Messebauer. Holz, Metall, Kunststoffe, Bodenbeläge, Medientechnik etc. werden seitens des Messebauers angefragt. Diese Menschen verbrauchen Ressourcen, um ein Angebot für ihre Ausschreibung zu erstellen. Bitte bedenken Sie: bereits bei drei angefragten Messebauern können das bis zu dreißig Firmen sein.

10. Projektgespräche und Meetings mit allen relevanten Entscheidern; Gespräche, die inhaltlich strukturiert und gut vorbereitet sind sowie mit klaren Zielen und Zeiträumen für alle Beteiligten enden, sind ein weiterer Teil im Kosmos der Ressourcenschonung  bei Messebeteiligungen. Und leider, man mag es kaum glauben, höchst selten!
Die Frage nach der Abgabe des Konzeptes, können die meisten Aussteller noch konkret beantworten. Manche lavieren um die Frist herum. Die Frage, bis wann entschieden wird und mit welchem Dienstleister man weiter arbeiten möchte, können nur wenige beantworten. Diese Unentschlossenheit kostet am Ende jede Menge Ressourcen, z.B.:

  • Kurzfristige Besuche / Reisen werden nötig, weil Entscheidungen zu knapp vor der Messe getroffen werden:  die Kollegen bzw. Messebeteiligten beim Ausstellers selbst / der Messebauer beim Aussteller / der Lieferanten beim Messebauer / der Mitarbeiter beim Lieferanten und Messebauer / …….
  • Kurzfristig bestellte Nachträge sind der Overkill für jeden Nachhaltigkeitsansatz.
  • Nachtschichten auf dem Messestand
  • Mehraufwand an Personal, auf beiden Seiten. Im worst case – und das ist nicht selten – werden Monteure aus ganz Deutschland zum Messestandort geordert.
  • „Der Messebauer wird’s schon richten“ ist der Untergang jeder Nachhaltigkeitsstrategie. „Es ging ja nicht anders, denn die Messe lässt sich ja nicht verschieben“ ist die gängige Begründung, um das ‚grüne‘ Auge mal zuzukneifen.

11. Der Messebau kostet Geld. Obwohl die Branche seit Jahrzehnten etabliert ist, ist jedes Messeprojekt eine Sonder- oder Individualleistung. Viele Stände sehen vergleichbar aus, sind aber trotzdem – jeder für sich betrachtet – ein individuelles Projekt. Günstiger werden Messestände oft nur dann, wenn man bei der Qualität, dem Material, dem Personal oder den Montagezeiten Kosten senkt. Dieses Vorgehen geht aber immer zu Lasten der Nachhaltigkeit und Langlebigkeit und oft auch zu Lasten einer langfristigen Beziehung zwischen Messebauer und Aussteller.

Mein Appell: hinterfragen Sie nicht nur die Beziehung zu Ihrem Messebauer und den Preis den Ihr Anbieter dafür aufruft. Kommen Sie beim Thema Nachhaltigkeit aus dem „Commodity-Denken“ heraus. Je eher Sie damit beginnen, umso besser, denn der Gesetzgeber wird in Kürze dieses Engagement von Ihnen einfordern.

 

Autor: Thorsten Kollmeier I WUM Design GmbH & CO. KG

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